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Aus Pflegestufen wurden Pflegegrade

Letzte Aktualisierung: 28. Februar 2018

Seit Anfang 2017 gibt es keine Pflegestufen mehr. In welchem Umfang jemand pflegerische Unterstützung braucht, wird nun nach völlig neuen Regeln beurteilt. Die Leistungen der Pflegeversicherung werden in fünf Pflegegrade eingeteilt. Dabei wird zugesichert, dass niemand weniger Leistungen erhält als zuvor.

Mit dem Stichtag 1. Januar 2017 gehören die bisherigen Pflegestufen der Vergangenheit an. Die Gutachtenden vom MDK vergeben nun Pflegegrade. Hier eine Tabelle mit Leistungen je Pflegegrad.

Zurzeit beziehen weit über zwei Millionen Menschen Leistungen aus der Pflegeversicherung. Bei Ihnen wird „ohne neuerliche Begutachtung automatisch in das neue System übergeleitet. Es gilt die Formel: Menschen mit ausschließlich körperlichen Einschränkungen erhalten den nächsthöheren Pflegegrad. So erhalten Menschen mit Pflegestufe I nach der Überleitung Pflegegrad 2“. Personen, denen die erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz bescheinigt wurde, „kommen automatisch in den übernächsten Pflegegrad: die sogenannte Pflegestufe 0 wird also ebenfalls in Pflegegrad 2“ übergeleitet. „Gleichzeitig stellt das Gesetz niemanden schlechter, der bisher schon Leistungen bezieht.“

PflegestufePflegegrad
Pflegestufe 0
mit eingeschränkter Alltagskompetenz
Pflegegrad 2
Pflegestufe 1
ohne eingeschränkte Alltagskompetenz
Pflegegrad 2
Pflegestufe 1
mit eingeschränkter Alltagskompetenz
Pflegegrad 3
Pflegestufe 2
ohne eingeschränkte Alltagskompetenz
Pflegegrad 3
Pflegestufe 2
mit eingeschränkter Alltagskompetenz
Pflegegrad 4
Pflegestufe 3
ohne eingeschränkte Alltagskompetenz
Pflegegrad 4
Pflegestufe 3
mit eingeschränkter Alltagskompetenz
Pflegegrad 5
Pflegestufe 3 - Härtefall
mit/ohne eingeschränkte(r) Alltagskompetenz
Pflegegrad 5

Genau wie das Regelwerk rund um die Pflegestufen, werden in den kommenden Monaten und Jahren nach und nach immer mehr Details zum neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und den Pflegegraden bekannt und erarbeitet werden. Vor allem die Sozialgerichte werden sich in einer Vielzahl von Verfahren positionieren müssen und damit das Regelwerk der Pflegegrade bzw. dessen Auslegung deutlich genauer definieren, als dies heute der Fall ist.

Weitere Informationen zum neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und zum neuen Begutachtungsinstrument.