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Tsch30nobyl Fuku5shima

Menschen entscheiden, dass Atomkraftwerke gebaut werden.
Menschen bestimmen über Betrieb und Sicherheitsvorschriften.
1986 führte das zum Atomunfall in Tschernobyl.
2011 führte das zum Atomunfall in Fukushima.
Die Chefin der WHO musste einräumen: Es gibt keine ungefährlichen Niedrigwerte radioaktiver Strahlung.
Nur noch sehr selten wird in den europäischen Medien an die Katastrophen in Tschernobyl und Fukushima erinnert. In Japan bestimmen die Aufräumarbeiten und der Wiederaufbau nach Erdbeben und Tsunami die Berichterstattung. Die Geigerzähler auf Plätzen, Äckern oder Schulhöfen zeigen kaum noch sensationelle Werte.
Doch Radioaktivität wirkt. Von Behörden der Ukraine wie auch Japans kommen selten Angaben dazu. Wenn doch, wird meist abgewiegelt oder Nebulöses geschrieben. Seit 30 Jahren arbeiten auch Leute von der IPPNW daran, die gesundheitlichen Folgen der von Menschen in Tschernobyl freigesetzten Strahlung zu dokumentieren.

Dr. Ian Fairlie hat 2016 das vorhandene Material analysiert. Für Schilddrüsenkrebs, Leukämie, weitere Krebserkrankungen, Schlaganfälle, Geburtsbehinderungen, Herz- und Gefäßerkrankungen ist erwiesen, dass sie seit dem Atomunfall deutlich häufiger auftreten. Auch für andere Staaten, zum Beispiel Österreich, zeigen sich vermehrt Fälle von Schilddrüsenkrebs. Nach einem Atomunfall macht die radioaktive Wolke vor keinen Landesgrenzen halt. Nach Tschernobyl wurde erhöhte Radioaktivität auf griechischen Inseln, in Italiens Süden, auf den Orkney– und den Lofoten–Inseln gemessen. Die Folgen von Atomunfällen sind grenzenlos. Trümmer des Tsunamis vom 11. März 2011 werden inzwischen an der etwa 7.500 km entfernten Westküste Amerikas angespült, wie ein Bericht (englisch) der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) aus dem Jahr 2014 zeigt. Es wurden sogar ganze Schiffe aus Japan an der US Küste gefunden.

Doch auch der Normalbetrieb der Atomwirtschaft ist zu hinterfragen. In Uranbergwerken, beim Transport, der Anreicherung, der Verwendung oder Lagerung wird Strahlung freigesetzt. Seit Jahrzehnten wird – trotz riesigem Aufwand – erfolglos nach einem Weg gesucht, radioaktiven Müll zu entsorgen, also wieder unschädlich zu machen. Selbst wenn es gelingt, den Standort eines ehemaligen AKW in grüne Wiese zu verwandeln: dafür müssen tausende Tonnen radioaktives Material transportiert und irgendwo gelagert werden. Der WDR meldet, es gebe einen offiziellen Plan für den vollständigen Rückbau der Atomruinen in Fukushima. Im März 2051 will man so weit sein.
„Es kann aber keine Sicherheit über den unermesslichen Zeitraum von Millionen Jahren geben, denn so lange müsste der Atommüll dauerhaft von der Biosphäre abgeschlossen werden, um menschliches Leben auf der Erde nicht zu gefährden. Von Wissenschaftlern sind allenfalls unsichere Prognosen, Wahrscheinlichkeiten und Abschätzungen zu erwarten.“ (IPPNW)

Die in die Welt gelassenen Partikel strahlen. Das lässt sich nicht verhindern. Die Wirkungen dieser Strahlung auf lebendige Organismen können beschrieben werden. Die Ursache für Erkrankungen kann nicht beseitigt werden. Die Möglichkeiten der Gesundheitsberufe, Strahlenfolgen zu heilen sind sehr begrenzt.