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Mein Recht auf frei

2016 greift der Deutsche Berufsverband Pflegeberufe (DBfK) zwei Themen auf, die hohe Relevanz für die Beschäftigten in Pflegeberufen haben. Wer ohnehin jedes zweite Wochenende arbeiten muss, freut sich umso mehr auf dienstfreie Tage: häufig fordern Vorgesetzte aber dazu auf trotz „Frei“ im Dienstplan zur Arbeit zu erscheinen. Das zweite Problemfeld sind die per Gesetz zugesicherten Erholungspausen während des Dienstes. Die können selten in der vorgeschriebenen Mindestdauer und noch seltener ungestört genommen werden.
„Überall ist zu hören, dass wegen des gravierenden Fachkräftemangels die Pflegeberufe attraktiver gemacht werden müssten. Von Imagekampagnen ist dann die Rede, höherer Wertschätzung, Gesundheitsförderung, Work-Life-Balance und guten Arbeitsbedingungen.
Dennoch nehmen die belastende Arbeitsverdichtung und der Zeitdruck immer weiter zu. Und die Politik, die etwa im Rahmen der Krankenhausreform endlich Fakten im Sinne einer gesetzlich vorgeschriebenen Personalbemessung mit Mindeststandards hätte schaffen können, scheut die Auseinandersetzung und drückt sich vor der Verantwortung. Fragen der Pflegepersonalbemessung in den Reformen wurden auf Arbeitsgruppen ausgelagert, absehbar ist also keine Verbesserung vorgesehen.
Die beruflich Pflegenden selbst müssen NEIN sagen, den Druck erhöhen – mit aller Konsequenz. Solange die völlig unzureichende Personalbemessung durch noch mehr Einsatz und häufig mehr schlecht als recht kompensiert wird, bleibt offenbar alles beim Alten.

Der DBfK greift zwei Aspekte auf, die ein absolutes Ärgernis sind und maßgeblich dazu beitragen, dass Pflegende einen Arbeitsplatz unattraktiv finden und über einen Berufsausstieg nachdenken. Das sind:

  • die fehlende Dienstplansicherheit und die Erfahrung, immer wieder aus dem geplanten Frei oder Urlaub zum Einspringen gerufen zu werden, weil die spärliche Personaldecke keinen kurzfristigen Krankheitsausfall verträgt.
  • gesetzlichen Pausen, die nur in den seltensten Fällen genommen werden können.

Beides führt dazu, dass mittel- und langfristig dringend benötigte Erholungszeit fehlt. Beides verstößt zudem gegen geltendes Arbeitsrecht.

„Gute Arbeitgeber legen Wert darauf, dass sich die Mitarbeiter/innen auf ihre Freizeit und Pausenregelungen verlassen können. Reduzierte Krankheitsmeldungen und steigende Motivation sind die Ergebnisse dieser Anstrengungen.“
DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein