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Sicher spritzen

Für Altenpflegekräfte gehört der Umgang mit Spritzen zum Arbeitsalltag – fünf bis zehn mal pro Tag wird injiziert. Das ist nicht ungefährlich. Über die Hälfte der Pflegeprofis hat sich auch schon mal selbst versehentlich gestochen. Der Schmerz vergeht schnell, wer sich auf diesem Weg eine Infektionskrankheit einfängt, hat aber oft über Monate und manchmal über Jahre damit zu kämpfen. Grund genug für die Berufsgenossenschaft darauf zu dringen, dass Spritzen so sicher wie möglich sind.

Haben Sie schon mal von den Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege gehört? Darin werden die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen auf den Punkt gebracht, die sich mit Arbeitsschutz befassen. Die aktuelle Fassung TRBA 250 wurde im März 2014 verbindlich und gilt auch für die stationäre und ambulante Altenpflege. Es wird vorgeschrieben, welche Maßnahmen die Arbeitgeber zu treffen haben um Mitarbeitende vor Nadelstichverletzungen zu schützen. „Auch in diesem Bereich müssen nun verletzungssichere medizinische Instrumente zur Verfügung gestellt und genutzt werden.“
Die Initiative SAFETY FIRST! Deutschland hat eine Umfrage zum Thema durchgeführt. Altenpflegekräfte wurden nach dem Arbeitsalltag in Altenheimen und Patientenwohnungen gefragt. Es konnten über 350 Fragebögen ausgewertet werden.
„Die Ergebnisse der Umfrage bestätigen, dass die Mehrheit der Teilnehmer über Nadelstichverletzungen und deren Folgen informiert ist (94%) … Trotz des vergleichsweise hohen Informationsstands praktizieren 30% der Befragten weiterhin das sogenannte ’Recapping‘ (Wiederaufsetzen der Schutzkappe nach Gebrauch der Injektionsnadel). Das zeigt, dass die von der TRBA 250 vorgeschriebenen Verhaltensregeln in der Pflegepraxis noch nicht hinreichend verankert sind … zwei Drittel der Pflegekräfte [können] die eingesetzten Arbeitsmittel nicht selbst wählen. Denn die Instrumente verordnet in der Regel der Hausarzt. Der aber hat den Arbeitsschutz der Pflegekräfte häufig nicht im Blick und verzichtet deshalb auf einen entsprechenden Sicherheitsmechanismus.“.