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Pflegenoten: Weiter wurschteln

Seit Jahren wird allseits über die Pflegenoten geklagt. Mit großem bürokratischen Aufwand wird sehr wenig erreicht, um Menschen die Entscheidung über eine Pflegeeinrichtung zu erleichtern. Eine gründliche Reform wird auf irgendwann nach 2017 geschoben. Eine Minderung des Aufwands wird es voraussichtlich auch nicht geben. Wie Sie sehen, sehen Sie nichts.

Alle Seiten sind sich einig: diese Pflegenoten helfen bei der Entscheidung über Pflegedienst/Altenheim fast gar nicht.
Folglich setzt sich sich Karl-Josef Laumann seit vielen Monaten dafür ein, mit Notenvergabe und Veröffentlichung aufzuhören (z.B. im September 2014). Er will die Prüfteams zwar weiter durch die Einrichtungen laufen lassen, für eine Übergangszeit soll es aber keine Noten sondern Berichte geben. Ein wichtiges Argument für dieses Provisorium:

Ab 2017 sollen die bisherigen Pflegestufen durch fünf Pflegegrade abgelöst werden. In Abhängigkeit von der Selbständigkeit einer pflegebedürftigen Person wird dann Pflegegrad 1, Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 oder Pflegegrad 5 bewilligt.

Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff, nach dem die Pflegegrade vergeben werden sollen, muss in Einrichtungen und MDK erst eingeführt werden. Es ist zu erwarten, dass in der ersten Zeit mit dem neuen Begutachtungssystem einige klärende Gerichtsurteile nötig sein werden. Das bedeutet viel zusätzliche Arbeit für die Pflegeprofis, die die Pflegearbeit machen. Gleichzeitig, zusätzlich auch neue Transparenzprüfungen einzuführen wäre wohl zu viel Reform.

Aber zu einer Übergangsregelung kann die Regierungskoalition keine gemeinsame Entscheidung finden. Es bleibt also alles beim Alten. Der Papiertiger wird aufwendig gehegt und gepflegt.

Pflegenoten: .. – Nein – Vielleicht, Herr Laumann möchte die Pflegenoten abschaffen. Unser Beitrag vom 2. April 2015.