Beratungstelefon: 030 22 37 6060

Pflege – Daten – Schutz

Computer und Smartphones bestimmen den Alltag vieler Menschen. Die Technik gewinnt auch in der Pflege an Bedeutung. In der ambulanten Pflege werden Smartphones immer häufiger genutzt, um Tourenpläne oder Gesundheitsdaten zu übermitteln. Hinweise zu Risiken und Nebenwirkungen gibt’s im Jahresbericht des Berliner Datenschutzbeauftragten. Elektronische Kommunikation ist so „vertraulich“ wie eine Postkarte.

Vergleiche hinken eigentlich immer – unsichtbare Bits und Bytes brauchen aber Anschaulichkeit. Also:
Postsendungen können bei der Leerung des Briefkastens daneben fallen und auch sonst kommen sie immer wieder Menschen vor Augen … spätestens, wenn die Zustellkräfte früh morgens die Sendungen straßenweise sortieren. Es wäre nicht schön, wenn auf einer Postkarte über die Symptome der fortschreitenden Demenz von Frau Meier und Ihre Schwierigkeiten, einen Pflegegrad mit Demenz zu erhalten, zu lesen wäre. Wird nicht gemacht. Selbstverständlich kommen solche Schreiben in einen Briefumschlag und der wird verklebt.

Auch elektronisch übermittelte Texte werden über viele Stationen weiter gereicht. Ob eMail oder Instant Messaging: an den Übermittlungsstellen könnte, wie bei Postkarten, mit gelesen werden. Bei Papier und Stift sind es einzelne Menschen, die einzelne Nachrichten lesen könnten. In der digitalen Welt können Organisationen alles mit lesen, was an einer Stelle übermittelt wird und IT Systeme können so ausgelegt werden, dass dieserart aufgetürmte Informationsgebirge auch verarbeitet und analysiert werden können – bei Briefpost undenkbar.

Der Datenschutzbeauftragte für das Land Berlin hat im Bericht für 2014 auch über einen ambulanten Pflegedienst geschrieben, bei dem die Pflegekräfte mit dem Smartphone Programm WhatsAPP Informationen zu Patienten und Arbeitsorganisation austauschen sollten. Es wird kritisiert, dass zumindest ein Teil der Nachrichten nicht verschlüsselt werde. Auch Daten zu den Angestellten seien gefährdet. Rechtlich sei es außerdem unzulässig, dass WhatsAPP Nachrichten und Teilnehmerdaten auf weltweit verteilten Systemen verarbeite.
In ähnlicher Weise wird in dem Bericht die Verwendung von internationalen eMail Dienstleistern kritisiert.

Für Briefe gibt es Umschläge. Für eMails und ähnliches gibt es Verschlüsselung.
Sie würden ja auch nicht auf einer Postkarte über die Abführprobleme des pflegebedürftigen Herrn Müller schreiben …