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Mindestbesetzung in der Nacht

Wie viele Pflegeprofis sind in der stationären Versorgung nötig, um sicher zu stellen, dass alle Pflegebedürftigen zu ihrem Recht kommen? Beim Pflegestreik an der Charité drehte es sich um diese Frage. An anderer Stelle – in Bayern, in Altenheimen, im Nachtdienst – gibt es jetzt ministerielle Vorgaben: mindestens eine Pflegefachkraft für 30 bis 40 Bewohnende.

Ein seit Jahren geforderter, notwendiger Schritt zur Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner stationärer Pflegeinrichtungen in Bayern wird getan: „In einer Verwaltungsvorschrift hat das Gesundheits- und Pflegeministerium eine Nachtdienstregelung erlassen, wonach ab 1. Juli im Nachtdienst mindestens eine Pflegefachperson für 30 bis 40 Bewohner/innen zuständig sein muss.“

Silvia Grauvogl (DBfK Südost) bezeichnet das als Mindestmaß. „Kritisch sieht der DBfK allerdings, dass nicht gleichzeitig die Personalbesetzung im Tagdienst geregelt wurde. Da … insgesamt nicht mehr Personal zur Verfügung steht, wird es zu einer Arbeitsverdichtung am Tag kommen. Die Anforderungen an den Nachtdienst in Pflegeheimen sind in den letzten Jahren extrem angestiegen und unterscheiden sich kaum mehr vom Tagdienst. Viele der Bewohner/innen … sind desorientiert, verwirrt, haben Angst, sind geplagt von Schmerzen und Einsamkeit, gerade nachts. Die Anzahl schwerstpflegebedürftiger Menschen, die zum Teil Mehrfacherkrankungen aufweisen, nimmt ebenfalls stetig zu. Die Pflegenden sind nachts voll im Einsatz …

‚Die Hausaufgaben wurden damit nur halb erledigt. Wir brauchen gleichzeitig auch eine verbindliche Regelung für den Tagdienst. Der Nachtdienstschlüssel wird hier auf dem Rücken der Pflegenden und der Bewohner ausgetragen‘, so Grauvogl. Da in den stationären Pflegeeinrichtungen insgesamt nicht mehr Personal zur Verfügung steht, wird es zu einem Engpass am Tag kommen. Um auch tagsüber künftig die Versorgung zu gewährleisten, müssten die Träger der stationären Pflegeeinrichtungen die Stellenschlüssel erweitern …
Der DBfK fordert verbindliche Personalschlüssel, die sich am tatsächlichen Pflegebedarf der Bewohner orientieren, sowohl für den Tag- als auch für den Nachtdienst. Qualitativ angemessene Pflege kann nur mit ausreichend vorhandenem gut qualifiziertem Pflegepersonal gewährleistet werden, dass auch angemessen bezahlt werden muss.“