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Kassenprüfung: Pflege wird besser

Im Auftrag der Pflegekassen werden von den Medizinischen Diensten Jahr für Jahr über 20.000 mal Pflegeeinrichtungen überprüft. Der Bericht zum Jahr 2013 führt zu der Erkenntnis: die „Pflegequalität in Heimen und durch Pflegedienste hat sich verbessert“.

Der vierte „Pflege-Qualitätsbericht“ wurde im Januar vom Medizinischen Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS) in Berlin vorgestellt. „Der Bericht zeigt, dass sich die Pflegequalität in den letzten zehn Jahren deutlich verbessert hat. Er zeigt aber auch, dass noch viel zu tun ist. Mit einem modernen Schmerzmanagement könnte pflegebedürftigen Menschen viel Leid erspart werden, doch hier wird in vielen Pflegeeinrichtungen noch nicht genug getan. Bei der Vermeidung von Druckgeschwüren hat es hingegen deutliche Fortschritte gegeben. Ich bin besonders froh, dass die Häufigkeit der freiheitseinschränkenden Maßnahmen fast halbiert wurde. Da müssen die Pflegeeinrichtungen dran bleiben, denn solche Maßnahmen dürfen wirklich nur das allerletzte Mittel sein, um einen Pflegebedürftigen vor Schaden zu bewahren“, sagte Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes. Dr. Peter Pick (MDS) mahnt Verbesserungen bei der Inkontinenzversorgung an. „Die Einrichtungen sollten stärker darauf achten, die Selbstständigkeit beim Toilettengang zu fördern. Zu oft werden pflegebedürftige Menschen mit Windeln oder Kathetern versorgt obwohl es nicht nötig wäre.“ Jürgen Brüggemann, der den vierten MDS-Pflege-Qualitätsbericht mit einem Autorenteam verfasst hat, hebt hervor: „Dort wo qualifizierte Pflege erbracht wird, stimmt auch die Ergebnisqualität.“
„Das ist ein Erfolg der Arbeit der professionell Pflegenden“, kommentiert Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerats (DPR), die Veröffentlichung des Berichts. „Deutlich werden muss dabei jedoch auch, dass das jetzige Ergebnis unter Arbeitsbedingungen erbracht wurde, die alles andere als optimal für die Arbeitnehmer sind“, mahnt Westerfellhaus. „Die Kehrseite der stetigen Qualitätsverbesserungen ist, dass viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Schwelle ihrer Belastbarkeit stehen.“

Die Grundlage für die positive Einschätzung des Medizinischen Dienstes sind die Qualitätsprüfungen, die auch zu den Pflegenoten führen. Sie werden von der Fachwelt seit Jahren heftig kritisiert. Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung Laumann lässt sich mit der Forderung zitieren: „Pflegenoten in die Tonne“.

MDS-Qualitätsbericht zeigt deutliche Verbesserung der Qualität, Pressemeldung des DPR vom 16.1.2015.