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Fukushima strahlt weiter

Am 11. März 2011 bebte die Erde vor der Ostküste Japans. Der folgende Tsunami ertränkte tausende Menschen und zerstörte das ’sparsam‘ gesicherte Atomkraftwerk Fukushima. In deutschen Zeitungen ist nur noch wenig zu der Katastrophe zu finden, die noch auf Jahrzehnte den Alltag vieler Menschen bestimmen wird, die nördlich von Tokio leben.

Radioaktivität ist für Menschen nicht wahrnehmbar und deshalb besonders heimtückisch. Hinzu kommt, dass öffentliche Stellen Grenzwerte seit dem 11. März 2011 mehrfach geändert haben. Messwerte wurden anfänglich nur zögerlich und oft unvollständig veröffentlicht. Welche Intensität welcher Strahlungsart noch als vertretbar angesehen werden kann, ist höchst umstritten.
„Die aus Tschernobyl freigesetzten Radionuklide verbreiteten sich aber über ganz Europa und in der gesamten nördlichen Hemisphäre. So kommt der so genannte TORCH-Report (,The Other Report on Chernobyl‘) von 2006 zu dem Ergebnis, dass insgesamt mit etwa 30.000 bis 60.000 zusätzlichen Todesfällen durch Krebs zu rechnen ist.“
Die IPPNW berichtet im Jahr 2011 von Angaben der Liquidatoren-Vereinigungen aus Tschernobyl. „Allein bei den Liquidatoren gebe es bisher 112.000 bis 125.000 Tote bei insgesamt 830.000 Helfern. Die durchschnittliche Lebenserwartung der inzwischen Verstorbenen liege bei rund 43 Jahren. 94 Prozent der Aufräumarbeiter seien heute erkrankt, vorwiegend an Nicht-Krebs-Erkrankungen.“
Gibt es Grund zu hoffen, dass es in Japan weniger schlimm wird?
Fast 30 Jahre nach dem Unfall von Tschernobyl erkranken immer noch Menschen neu. Und die IPPNW hat gut Gründe dafür, nicht nur die überdurchschnittliche Zahl von Krebserkrankungen, sondern auch Missbildungen bei Neugeborenen und anderes mit der Strahlenbelastung in Verbindung zu bringen. Auch 2015 wird kritisiert, dass offizielle Stellen in Japan bei zu wenigen Betroffenen, an zu wenigen Orten, nach zu wenigen möglichen Erkrankungsursachen suchen. Die WHO-Generaldirektorin Margaret Chan sagte: „Es gibt keine ungefährlichen Niedrigwerte radioaktiver Strahlung“. Sehr viele Menschen in Japan bleiben allein mit ihrer Angst vor den gesundheitlichen, den existentiellen Folgen der Menschen-gemachten Strahlenbelastung.

Dr. Bernd Hontschik appelliert in der Frankfurter Rundschau:
„Leute, hört auf Eure Ärzte: Wir werden Euch nicht helfen können!
Es gibt nur eine Vorsorge. Ausstieg. Jetzt.“