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Equal Pay Day: faire Bezahlung der Pflegenden

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Uneigentlich und ganz real werden Frauen wegen ihres Geschlechts im Lohnbüro benachteiligt. Sie bekommen ein Fünftel weniger als Männer. Heute ist Equal Pay Day.

„Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe setzt sich für faire Löhne in den Pflegeberufen ein. Die Pflege ist ein typischer Frauenberuf – über 80 Prozent der Pflegeprofis sind weiblich. Die Verdienstmöglichkeiten sind hingegen niedriger als in vergleichbaren Männerberufen. ,Gemessen an den hohen Anforderungen und Belastungen insgesamt fordern wir eine deutlich bessere Bezahlung für professionelle Pflegefachpersonen‘, sagt Dr. Marliese Biederbeck, Geschäftsführerin des DBfK Südost. Der DBfK unterstützt damit den Equal Pay Day, der die ungleiche Bezahlung von Frauen thematisiert.

Eklatante Lohnunterschiede bestehen aber auch innerhalb der Pflegeberufe. ,Es ist nicht hinnehmbar, dass Pflegende für die gleiche Arbeit und gleiche Qualifikation bis zu 1000 € weniger in der Tasche haben‘, so Dr. Biederbeck weiter. Bis zu 56 % kann nach den aktuellen Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Lohnunterschied in der Altenpflege je nach Wohnort ausfallen. So verdient man in Sachsen-Anhalt in der Altenpflege 1743 € und bis zu 2725 € in Baden-Württemberg. ,Das ist skandalös, gleichwertige Arbeit muss gleich entlohnt werden, egal wo man wohnt‘, so Dr. Biederbeck. Auch Gesundheits- und Krankenpflegerinnen verdienen je nach Wohnort unterschiedlich, auch wenn sie insgesamt besser bezahlt werden als die Altenpflegefachkräfte. Das Durchschnittseinkommen liegt in Ostdeutschland bei 2738 € und in Westdeutschland bei 3139 €. Die Altenpflegerinnen verdienen 1945 € im Osten (minus 28,9 %) und 2568 € im Westen (minus 18,2 %). ,Diese Lohnunterschiede auch zwischen der Altenpflege sowie Gesundheits- und Krankenpflege müssen dringend beseitigt werden‘, so Dr. Biederbeck.

Große Hoffnungen setzt der DBfK hier auf die lange geforderte Einführung der generalistischen Pflegeausbildung. Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), hat vor kurzem den Gesetzentwurf zur Einführung der generalistischen Ausbildung in der Pflege für den Sommer angekündigt.