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Deutlich weniger dokumentieren

Schon Ulla Schmidt hatte sich als Bundesgesundheitsministerin die Entbürokratisierung der Pflege auf die Fahnen geschrieben. Ein von ihr begonnenes Projekt erreicht in diesem Jahr die Altenheime und Pflegedienste. Die Pflegedokumentationen sollen künftig mit viel weniger Formularen auskommen.

Im Jahr 2006 konnten wir schon auf drei Jahre „Runder Tisch Pflege“ zurückblicken. In dem Sommer verkündeten die zuständigen Ministerinnen Schmidt und von der Leyen, dass „Verwaltungsvereinfachung“ und „Bürokratieabbau“ Schwerpunkte für künftige Pflegereformen seien. Anfang 2015 wird im Auftrag der Bundesregierung – nach vielen Vorarbeiten, Sitzungen, Tischvorlagen und Thesenpapieren – ein 40 seitiger Text veröffentlicht: „Entwicklung einer Implementierungsstrategie (IMPS) zur bundesweiten Einführung des Strukturmodells für die Pflegedokumentation der stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen“. Enthalten ist eine „Meilensteinplanung“, die bis Mitte 2016 reicht.

Kern der Sache: Die Spitzenverbände der Kostenträger und der Pflegeeinrichtungen wollen, mit Rückenwind aus der Politik, neue Grundsätze und Anleitungen formulieren, damit Altenpflegekräfte künftig weniger schreiben müssen und mehr Zeit mit den Pflegebedürftigen verbringen. Im Jahr 2015 sollen 25 % aller Pflegeeinrichtungen in die Pilotphase eingebunden werden, um vorhandene Konzepte zu erproben. Vielleicht ergibt sich aus einer Teilnahme die Möglichkeit in absehbarer Zeit spürbar weniger dokumentieren zu müssen – ohne bei den Pflegenoten schlechter abzuschneiden, denn die „IMPS“ beinhaltet auch: „In Abstimmung mit dem MDS und der MDK-Gemeinschaft und dem Prüfdienst der Privaten (QPP) sowie den Heimaufsichten in den Ländern [soll] ein möglichst integratives Schulungsprogramm für Multiplikatoren dieser Zielgruppe auf Bundesebene“ angestrebt werden (Seite 15).

„Mit der Anmeldung zur Teilnahme [an der Pilotphase] erklärt sich die Pflegeeinrichtung zu Folgendem bereit:
• Benennung einer verantwortlichen Person als internen und externen Ansprechpartner für die Phase der Teilnahme.
• Ausschließlich die zentral vom Projektbüro erarbeiteten bundeseinheitlichen Schulungsmaterialien zur Grundlage des internen Schulungsprogramms zu verwenden.
• Beteiligung an der Evaluation.
• Beteiligung an regionalen verbandlichen Reflexionstreffen.
• Konzept und Ausrichtung der Strukturierten Informationssammlung (SIS) unverändert umzusetzen und Hinweise zur praktischen Anwendung zu beachten.
• Die SIS nur von hierin geschulten Pflegefachkräften anzuwenden und
• bei Bedarf Vorschläge zur Veränderung an dem Konzept der SIS oder zum Strukturmodell selbst über die Multiplikatoren der Verbände einzubringen.“ (Seite 5)
Wer interessiert ist, wende sich an den zuständigen Spitzenverband.