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Unhygienisch. Ungesund.

Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) schreibt, das Jahr für Jahr zehntausende Menschen sterben, weil sie im Krankenhaus infiziert werden. Ein Teil des Problems sei, dass die Hauswirtschaft vernachlässigt und – selbst auf Intensivstationen – zu wenig geputzt werde.

Auf einer Pressekonferenz veröffentlichte die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) ihre Zahlen: „Die Anzahl der nosokomialen [etwa ‚im Krankenhaus entstanden‘] Infektionen und der nosokomialen Todesfälle ist deutlich höher als bisher von offizieller Seite verkündet. 900.000 Infektionen und mindestens 30.000 Todesfälle belegen, [dass die] Hygiene noch erheblich verbessert werden muss … Eine Forderung der DGKH ist die deutliche Personalverstärkung auf z. B. Intensivstationen. Die Einhaltung der Hygiene-Regeln steht und fällt auch mit einer ausreichenden Anzahl gut ausgebildeten Personals … Eine aktuelle Umfrage der DGKH belegt deutliche Defizite der Krankenhausreinigung, wie sie auch immer wieder von Patienten beklagt wird.“

Auf der Pressekonferenz sei auch gesagt worden, das „überfordertes Personal“ gelegentlich „vergesse“ die Hände zu desinfizieren. Das forderte den Berufsverband Pflegeberufe (DBfK) zu einer Stellungnahme heraus: „Zu einer korrekten, wirksamen Händedesinfektion gehört nicht nur das gründliche Benetzen, sondern eben auch das Einhalten der Einwirkzeit von 30 Sekunden. Bei der hohen Zahl von Patienten, die eine Pflegefachperson während ihrer Schicht zu versorgen hat, summiere sich das vor allem auf Intensivstationen auf bis zu 2 Stunden Arbeitszeit. Die sei in der Personalbemessung aber nicht berücksichtigt“, so DBfK-Referentin Johanna Knüppel.