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Sachverständigenrat für Stärkung der Pflege

Im Auftrag der Bundesregierung wurde ein über 600 Seiten dickes Gutachten zur Entwicklung im Gesundheitswesen erstellt. Es befasst sich auch mit der Lage in der Pflege und gibt zu dringenden Maßnahmen 14 Empfehlungen ab. Der DBfK applaudiert.

Der Sachverständigenrat wiederholt die oft gelesenen Überlegungen zum Bedarf an Pflegefachkräften, besonders in der Altenpflege: mehr Pflegebedürftige werden häufiger als heute professionelle pflegerische Hilfen benötigen. Dabei werden die Ansprüche an die Qualität der Versorgung steigen. Gleichzeitig werden immer seltener Angehörige bereit und in der Lage sein Tag für Tag im Haushalt zu helfen, die Körperpflege zu unterstützen oder Demenzkranke zu betreuen.

Vor diesem Hintergrund wird zum Bereich der Pflege geschrieben:

Um den Fachkräftemangel anzugehen müssen die Ausbildungskapazitäten erweitert und die aktive Werbung um BewerberInnen muss fortgesetzt werden. Darüber hinaus sind die Attraktivität und der gesellschaftliche Status der Pflege zu steigern. Dazu gehört auch, dass die drei Pflegeberufe in einem Ausbildungsgang zusammen gefasst werden. Als weitere wichtige Maßnahme wird in diesem Zusammenhang die „Akademisierung der Pflege“ genannt. Wer von der Hochschule kommt muss dann aber auch Strukturen vorfinden, die zur Ausbildung passen und entsprechende Karrieremöglichkeiten bieten. „Generell ist in allen Bereichen der Versorgung eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und auch der Bezahlung der Pflege notwendig.“

Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff soll unverzüglich und ohne weitere langjährige Erprobung ins SGB XI eingeführt werden. Das ist auch nötig, um die Leistungsfähigkeit der ambulanten Pflege weiter entwickeln zu können. Die Gesundheitsförderung im Alter und besonders Vorbeugungsmaßnahmen zum Thema Pflege sind zu stärken und weiter zu entwickeln.

Pflegestützpunkte und Pflegeberatung werden nur lückenhaft angeboten. Besonders die Beratungsmöglichkeiten zu Hause sind zu stärken. „Intensivierung der Förderung der Solidar- und Hilfepotenziale von Familien, Wahlverwandten, Freunden, sozialen Netzwerken und informellen Hilfenetzen – eine Herausforderung, die sich überall stellt, aber in ländlichen Regionen mit Abwanderungstendenzen der mittleren Generation besonders dringlich ist.“ Zur Gesundheitsförderung pflegender Angehöriger ist es erforderlich, Konzepte und Maßnahmen zu entwickeln, die deutlich weitergehen als heutige Angebote.

Diese und weitere Empfehlungen werden im Kapitel „Pflegerische Langzeitversorgung“ auf über 90 Seiten detailliert begründet. Der Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) schreibt: Die 14 Empfehlungen sind „aus Sicht des DBfK alle zu unterstützen“.

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) startete 2012 eine Initiative unter der Überschrift Tausche wichtigen gegen guten Arbeitsplatz. Unser Beitrag vom 1. Februar 2012.

Vieles aus den Empfehlungen des Sachverständigenrats ist nicht neu, sondern findet sich in den Debatten früherer Jahre schon: Eckpünktchen verkündet, Reform vertagt. Unser Beitrag vom 8. November 2011.

In unserem Beitrag Pflegestatistik vom 3.2.2007 finden Sie einige Überlegungen zur wirtschaftlichen Bedeutung der Leistungen der pflegenden Angehörigen.