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Unfair!

‚Die Qualität der Pflege in Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten hat sich verbessert‘, heißt es in einer Erklärung der Medizinischen Dienste der Krankenversicherungen. Grundlage ist der 3. Pflege-Qualitätsbericht des Medizinischen Dienstes. In den Zeitungen steht: ‚Jeder fünfte Heimbewohner eingesperrt‘, ‚Die Kassen schlagen Alarm‘ oder ‚Unmenschliche Zustände‘. Reden hier wirklich alle von derselben Studie?

„Frust und Ärger in unzähligen Altenheimen sind groß. Wieder einmal stehen Pflegende und Heime pauschal am Pranger. Missstände werden kritisiert, ohne dass Ursachen zur Sprache kommen. Pauschal verunglimpft wird so ein kompletter Berufsstand. Ob Wundliegen oder unerlaubtes Festhalten – die Ursachen für derartige Missstände schaffen es nicht in die Schlagzeilen. ‚Wer gibt denn die Rahmenbedingungen für die ambulante und stationäre Pflege vor‘, sagt Peter Wawrik, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der katholischen Alten- und Gesundheitshilfe im Erzbistum Paderborn. Zum einen seien dies Bundes- und Landesgesetze und ihre Ausführungen, zum anderen die Pflege- und Krankenkassen, die Pflegepersonalschlüssel, Vergütungssätze und Leistungsentgelte reglementierten.
Die Caritas in der Diözese Münster weist die Kritik an freiheitsentziehenden Maßnahmen zurück. ‚Unser Ziel ist es immer, eine Fixierung des Bewohners zu vermeiden‘, erklärte Pflegeexpertin Anne Marx. Wenn sie doch erfolge, dann diene sie seinem Schutz. Reduzieren lasse sich die Zahl der ‚freiheitsentziehenden Maßnahmen‘ nur mit mehr Pflegepersonal. Aber dann müsse die Gesellschaft bereit sein, die höheren Kosten für bessere Rahmenbedingungen zu tragen.
‚ Pflege braucht Menschen, die sie leisten‘, stellt Markus Brinkmann, Sprecher der 200 katholischen Altenheime in der Diözese Münster, klar. Die Qualitätsverbesserung, die die Kassen auch feststellten, sei ‚Verdienst der Pflegenden und nicht der immer ausgedehnteren Prüfungen‘. Sie arbeiteten täglich daran, die Betreuung der alten Menschen zu verbessern. Die ständige Kritik an ihrer Arbeit ‚degradiert die guten Leistungen von hoch motivierten Mitarbeitern‘, so Brinkmann.“