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Strahlende Senioren

Durch den Super-GAU in Fukushima wurde mehr Radioaktivität frei gesetzt, als bei irgendeinem anderem Ereignis in der Weltgeschichte. Sogar in Europa wurde erhöhte Strahlungswerte festgestellt. Die Bevölkerung in Japan soll vor den gesundheitlichen Folgen der radioaktiven Strahlung geschützt werden. Das ist eine unlösbare Aufgabe … und treibt seltsame Blüten.

Hidekazu Hirai, 68, lebt in Tokio und hat im letzten Jahr mehrfach freiwillig in der Katastrophenregion an der japanischen Ostküste bei den Aufräumarbeiten geholfen. In der Präfektur Fukushima begegnete er Bauern, die wieder aufbauen wollen, was am 11. März 2011 zerstört wurde. Sie betreiben wieder Landwirtschaft. Doch der Reis, den sie anbauen, ist beinahe unverkäuflich. Die Menschen trauen den offiziellen Versicherungen, die Lebensmittel aus der Region seien ungefährlich, nicht. Um die Bauer zu unterstützen hat Hirai einen Aufruf gestartet: Alte Menschen: esst Reis aus Fukushima! Verglichen mit jungen Menschen, seien alte weniger anfällig für Erkrankungen, die durch erhöhte Radioaktivität verursacht werden.
Dazu schloss er einen Liefervertrag mit einem Reis-Großhändler aus Fukushima und bittet SeniorInnen um Bestellungen über Fax, Soziale Netzwerke oder seine Internetseite. Bis März 2012 gingen Bestellungen für 1.700 kg Reis ein. Ein Altenheim in Tokio kaufte 700 kg. Hirai betont, dass er selbst nicht an dem Handel verdiene. Es gehe ihm aber nicht nur darum, den Landwirten zu helfen. Es liege ihm auch daran, dass möglichst viel Reis von Älteren gegessen werde, um zu verhindern, dass der Reis aus Fukushima in Kindernahrung gelangt.