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Rettungsschirm für die Pflege

Das deutsche Gesundheitssystem gehört, was die Ausgaben angeht, zur Weltspitze: 3.510 Euro je Einwohner hat es 2010 gekostet, so viel wie nie zuvor. Betrachtet man aber die damit erreichte Versorgungsqualität so sind wir bestenfalls Mittelmaß. Die Pflege muss sich regelmäßig anhören, für ein „Mehr“ sei kein Geld vorhanden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Pflegeberufen werden krank durch chronische Überlastung oder resignieren vor der Perspektivlosigkeit ihres Arbeitsalltags. „Das wollen wir nicht länger akzeptieren!“ schreibt der Berufsverband Pflegeberufe.

Aus den Presseinformationen zur Aktion:
„Seit 1967 wird jährlich am 12. Mai der internationale Tag der Pflegenden begangen. Damit erinnern die Pflegeorganisationen an den Geburtstag von Florence Nitghingale, der Reformerin der Pflege. Zugleich zeigt der Internationale Tag der Pflege auf, was professionelle Pflege zu leisten vermag bzw. mahnen die Gesellschaft, Pflege als eine wichtige und notwendige Ressource der Gesundheits- und Sozialversorgung anzuerkennen.
„Personal hat wenig bis gar keine Zeit; außer den Rundgängen morgens und abends ist man sich selbst überlassen.“
„Oft muss man so lange warten, bis jemand zur Klingel kommt, dass es für den Gang zur Toilette schon zu spät ist.“
„Ohne Angehörige ist man aufgeschmissen!“
„Ich hatte noch so viele Fragen, aber ich habe mich nicht getraut, die überlasteten Pflegekräfte damit aufzuhalten.“
„Viele Schwestern und Pfleger waren sehr liebevoll und fürsorglich. Es ist bedauerlich, dass sie nicht mehr die Rahmenbedingungen haben, um ihren Job gern und gut zu machen.“
„Das durchaus bemühte und freundliche Pflegepersonal kämpft wie gegen Windmühlenflügel gegen einen viel zu hohen, unorganisierten Patientendurchlauf.“
Das sind O-Töne von Krankenhauspatienten, Pflegebedürftigen und Angehörigen, wie sie immer öfter in Deutschland zu hören und zu lesen sind. Was läuft da schief – in unserem „vorbildlichen“ Gesundheitssystem?
Der Internationale Tag der Pflegenden am 12. Mai fällt in diesem Jahr auf einen Samstag. Der Deutsche Berufsverband Pflegeberufe (DBfK) nimmt das zum Anlass, „um Pflegende zum gemeinsamen Protest gegen ihre teilweise unzumutbaren und hoch belastenden Arbeitsbedingungen aufzurufen. In neun Landeshauptstädten gehen wir zeitgleich auf die Straße und werden unsere Forderungen deutlich zum Ausdruck bringen … Bekannt sind die Probleme in der Pflege seit langem, nur beim Handeln redet man sich als zuständiger Politiker gerne heraus und versucht, durch Aktionismus, teure Imagekampagnen oder vollmundige Versprechungen die eigene Tatenlosigkeit zu kaschieren. Das dürfen wir Pflegenden nicht länger hinnehmen. Wir führen Mahnwachen durch. Sie beginnen alle am Freitag, 11. Mai um 12.00 Uhr.“

Orte:
Berlin: Friedrichstraße neben dem Bundesgesundheitsministerium
Schwerin: Am Markt
Hannover: Am Markt
Düsseldorf: Apolloplatz
Bremen: beim Bahnhof
München: Karlsplatz/Stachus (endet am 11.05. um Mitternacht)
Dresden: Freifläche vor der Altmarkgalerie (endet am 11.05. um Mitternacht)
Wiesbaden: Fußgängerzone, am Mauritiusplatz (Unterbrechung zw. 20.00 und 09.00 Uhr)
Stuttgart: Kleiner Schlossplatz (Unterbrechung zw. 20.00 und 09.00 Uhr)

Informationen zu den Mahnwachen auf den Internetseiten des DBfK