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Pflege ist Gesundheitsrisiko

Die Mehrfachbelastung pflegender Angehöriger durch Pflege, Beruf und Familie geht auf Kosten der Gesundheit. Eine Studie der Siemens BKK zeigt: Pflegende Angehörige sind häufiger krank, sind öfter beim Arzt und brauchen mehr Medikamente – Burnout und Depression spielen dabei eine große Rolle.

Für die Analyse hat die Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK) die Daten von 700 pflegenden Angehörigen im Alter zwischen 31 und 60 Jahren mit den Daten der übrigen Versicherten derselben Altersgruppe verglichen. Das Ergebnis: die Zahl der chronisch und schwerwiegend Erkrankten ist in der Gruppe der pflegenden Angehörigen deutlich höher als in den jeweiligen „Normal-Gruppen“. Die Zahl der entsprechenden Diagnosen liegt um bis zu 51 % höher! Pflegende Angehörige gehen öfter zum Arzt bzw. benötigen eine intensivere Behandlung und Betreuung, sie brauchen mehr Medikamente und mehr Hilfsmittel. Auffällig allerdings: Obwohl sie häufiger unter chronischen und schwerwiegenden Krankheiten leiden, nehmen die Angehörigen von Pflegebedürftigen nicht häufiger oder länger Krankenhausbehandlung in Anspruch. Vermehrt treten Rückenschmerzen, Kreislaufbeschwerden und Infektionserkrankungen auf. Die Untersuchung zeigte jedoch, dass Burnout und Depressionen eine große Gefahr für pflegende Angehörige sind. 17 Prozent sind von einer depressiven Episode/Depression betroffen. Damit kommt die Depression unter pflegenden Angehörigen dreieinhalb Mal häufiger vor als im Durchschnitt.

Analyse der SBK zeigt: Pflegende Angehörige sind kränker als andere Menschen, Pressemitteilung der SBK vom 28.1.2011.

Auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Gesundheit gibt es offizielle Erläuterungen zu
• 10 Tage-Regelung
Pflegezeit
• Pflegekursen
Verhinderungspflege

Unser Beitrag Pflegende ohne eigenes Leben vom 7.8.2010

In unserem Beitrag Pflegestatistik vom 3.2.2007 finden Sie einige Überlegungen zur wirtschaftlichen Bedeutung der Leistungen der pflegenden Angehörigen.

Entlastung für die Seele – Ein Ratgeber für pflegende Angehörige, unser Beitrag vom 22.2.2012