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Katastrophenhilfe

Am 11. März bebte die Erde vor der Ostküste Japans. Jetzt, drei Monate später, haben andere Ereignisse die Katastrophe in Japan aus den Schlagzeilen verdrängt. Auch drei Monate später leben noch Menschen in Notunterkünften und die Bezirksregierung von Fukushima bittet weiter um Freiwillige, die helfen Trümmer zu beseitigen. Ein pensionierter Ingenieur ruft Altersgenossen auf sich zu melden. In Genf hat die Chefin der WHO, angesichts der Ereignisse um die Kernschmelzen in den Atomkraftwerken erstmals eingeräumt: Es gibt keine ungefährlichen Niedrigwerte radioaktiver Strahlung.

Der 11. März 2011, mit dem Erdbeben und dem Tsunami, liegt jetzt drei Monate zurück. Die Folgen der Havarie des Atomkraftwerks in Fukushima sind noch nicht abzusehen. Tausende der Evakuierten leben immer noch in Notunterkünften, während der Aufbau von Behelfswohnungen langsam voran geht. In den drei Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima konnten bisher nur die Hälfte der benötigten 52.000 Wohneinheiten fertig gestellt werden.

Es wird immer schwieriger für die Reperaturarbeiten an den Atomreaktoren in Fukushima Arbeitskräfte zu finden. Yastel Yamada hat auch deshalb ältere Ingenieure, auch Pensionäre aufgerufen, sich freiwillig zu melden. „Diese Wiederherstellungsarbeit muss in einer durch hohe Radioaktivitat verseuchten Umgebung erfolgen. Es ist eine verzweifelte Arbeit. Solch eine Arbeit darf man nicht junge Menschen machen lassen, die ihre Zukunft noch vor sich haben. Gerade junge Menschen, die später einmal Kinder haben wollen, darf man nicht einer Strahlenverseuchung aussetzen … Ich denke, die Generation, die das Atomkraftwerk hergestellt und dessen Strom genutzt hat und die besonders behauptete, das Atomkraftwerk sei sicher, ist in der Pflicht … Die Truppe, die ich vorschlage, besteht aus Meistern oder Technikern außer Dienst.“ Zu seiner eigenen Person sagt Yamada: „Ich bin 72 und statistisch habe ich noch 13 bis 15 Jahre zu leben. Selbst wenn ich höheren Strahlungsdosen ausgesetzt werden, würde eine die Entwicklung einer Krebserkrankung vermutlich 20 oder 30 Jahre brauchen.“ Ende Mai wird gemeldet, dass sich bereits 200 Freiwillige auf diesen Aufruf hin gemeldet haben.

Bewegung bringt die Nuklararkatastrophe in die Positionen der WHO. Seit Jahrzehnten wird die WHO dafür kritisiert, dass offiziell die gesundheitlichen Folgen radioaktiver Strahlung heruntergespielt werden. Anlass ist ein Vertrag, der die WHO verpflichtet im Zusammenhang mit Radioaktivität nur das zu veröffentlichen, was von der IAEA kommt und keine eigenen Stellungnahmen zu publizieren. Vor diesem Hintergrund ist es eine kleine Sensation, dass die WHO-Generaldirektorin Margaret Chan in einem Gespräch sagte: „Es gibt keine ungefährlichen Niedrigwerte radioaktiver Strahlung“. Damit verlässt Chan die von der IAEA vertretene Position, radioaktive Strahlung unterhalb bestimmter Grenzwerte wäre für Menschen unbedenklich.