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Erinnerungen

„Das ist das Alter“ ist die häufig gehörte, etwas verlegene, etwas selbstironische Bemerkung, wenn jemand eine Verabredung vergessen hat oder verzweifelt den Schlüssel nicht finden kann. Eine krankhafte Gedächtnisstörung macht solche Erfahrungen zum ständigen Begleiter. Das ist eine große Belastung für Pflegende und Kranke. Biographiearbeit verspricht im Meer des Vergessens, Inseln der Erinnerung und Erholung zu schaffen.

Bei der Biographiearbeit geht es darum Erinnerungen hervorzulocken. Die Menschen bekommen Gelegenheit sich zu erinnern und Erinnerungen mit anderen zu teilen. Da es oft schwer ist, Demenzkranke mit Worten zu erreichen, werden Hilfsmittel benutzt: Alltagsgegenstände, Bilder oder Musik. Oft können Texte von Liedern oder Gedichten von der ersten bis zur letzten Strophe wiedergegeben werden. Ein Kartoffelsack (mit dem typischen Geruch) könnte Geschichten aus der Kindheit zutage fördern. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft berichtet über Erfahrungen mit der „Sütterlinschrift, die bis Mitte des letzten Jahrhunderts geschrieben und in den Schulen gelehrt wurde. Es entstand dabei die seltene Situation, dass die älteren Menschen diese Schrift lesen konnten, während sie uns Jüngeren unbekannt war: Sie sind kompetent auf einem Gebiet, das ihren ‚Helfern‘ nicht vertraut ist.“
Die Pflegenden können beim Erinnern für eine Weile mit den Demenzkranken in der gleichen Vorstellungswelt sein und eine Auszeit nehmen.

Stichwort „Biographiearbeit“ in der Pflegewiki

 

Medien:
Buchbesprechung: „Warum ich meine Demente Mutter belüge“ (unser Beitrag vom 12.9.2007)
Filmkritik: „An ihrer Seite“ (unser Beitrag vom 6.12.2007)

Im Rahmen der Pflegeversicherung wurde nicht nur für Demenzkranke die Formulierung Personen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz eingeführt.