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Richtlinien zu „Zusätzlichen Betreuungskräften“

Die Pflegereform hat einige Verbesserungen für Demenzkranke gebracht. Zum Beispiel können in der stationären Pflege zusätzliche Betreuungskräfte eingestellt werden. Zuwendung, Betreuung, Aktivierung, Wertschätzung, Teilhabe, Gemeinschaftserlebnisse … so beschreiben die Richtlinien die Ziele der Arbeit der zusätzlichen Betreuungskräfte.
Professor Zegelin kritisiert an diesen Vorschlägen, dass sie realitätsfern seien. Alle, die noch Bast-Untersetzer machen könnten, lebten noch zu Hause und nicht in einem Altenheim, sagt die Wittener Pflegewissenschaftlerin.
Menschen, die auf stationäre Hilfen angewiesen sind, müssen mit erheblich größeren Einschränkungen ihrer Alltagskompetenz zurecht kommen und zeigen häufig Verhalten, mit dem sie sich selbst oder andere gefährden. Manchmal werden Pflegekräfte auch verbal oder körperlich angegangen. Schon heute werden Unterstützung und Förderung in den Häusern individuell gestaltet und müssen einbeziehen, dass jederzeit eine drastische Veränderung eintreten kann.
Es bestanden Hoffnungen, dass mit den Möglichkeiten der Pflegereform bestehende Projekte weiterentwickelt und ausgeweitet werden könnten. Diese Richtlinien lassen dazu, mit der Festschreibung auf einen 160 Stunden Kurs, wenig Raum. Auch wird zur Bezahlung der künftigen Angestellten nichts geschrieben. Das nur sozialversicherungspflichtig Beschäftigte über diese Regelung finanziert werden können, ist klar. Aber wäre es möglich Psychologinnen, Altenpfleger, Geragogen oder Ergotherapeutinnen angemessen zu entlohnen? Falls nicht, scheint es kaum vorstellbar, die angelernten Kräfte sinnvoll anzuleiten und die Qualität ihrer Arbeit im Alltag zu sichern.

„Richtlinien nach § 87b Abs. 3 SGB XI zur Qualifikation und zu den Aufgaben von zusätzlichen Betreuungskräften in Pflegeheimen (Betreuungskräfte-Rl vom 19. August 2008)“ von www.gkv-spitzenverband.de