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Mal was anderes

Es ist schwer auf Pflege angewiesen zu sein. Es ist schwer – gleich ob familiär oder beruflich – über Jahre Menschen zu pflegen. Eine Auszeit kann viele Formen annehmen und nur wenige Pflegekräfte können es sich leisten ein ganzes „Sabbatjahr“ zu nehmen. Wie wäre es mit drei bis sechs Monaten bei freier Kost und Logis?

Renate Jungmann ist gut 40 Jahre alt und arbeitet als Altenpflegerin. Sie konnte sich die Zeit nehmen. 2007 reiste Sie mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) für drei Monate nach Israel, um in einem Kibbuz–Altenheim zu arbeiten. Über ihre Erfahrungen schreibt sie zum Beispiel: „Meine rudimentären Sprachkenntnisse … waren manchmal etwas problematisch. Manchmal fragte ich Abke, einen Bewohner, der Deutsch und Jiddisch sprach, nach einem Wort. Und dann, immer öfter, kamen die Antworten von überall her aus dem Aufenthaltsraum, und es stellte sich heraus, dass alle Bewohner Jiddisch oder Deutsch konnten. Und es war bewegend zu sehen, wie sie plötzlich untereinander auf Jiddisch zu kommunizieren begannen. Oft genug sorgte ich allerdings auch unfreiwillig für Lachsalven, wenn ich Wörter verwechselte. Als ich aus „Chitul“ (Windel) „Chatul“ (Katze) machte, …“. Frau Jungmann beschreibt auch Begegnungen mit Opfern des Holocaust.
Offensichtlich haben diese drei Monate ihren Blick auf die Pflege und Hilfe für alte Menschen sehr verändert.
Wahrscheinlich ist es ziemlich ungewöhnlich, die berufliche Tätigkeit – wenn auch unter ganz anderen Bedingungen – in einer Auszeit weiterzuführen und trotzdem Kraft für den Alltag zu tanken. Das Angebot von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste ist eine von vielen Möglichkeiten, die vom Projekt „Internationale Freiwilligendienste für unterschiedlichen Lebensphasen“ (IFL) koordiniert wird.