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Demo in Berlin – Nachlese

135.000 Menschen haben in Berlin für die Verbesserung der Ausstattung der Krankenhäuser demonstriert, weil sie die Sicherheit der Patienten gefährdet sehen. Eine Massendemonstrationen für das Gesundheitswesen.

Am 25.9.2008 haben nicht nur sehr viele Menschen demonstriert, außerdem wurde der Aufruf zum Protest von einem Bündnis in nie dagewesener Breite getragen. Dass ein Sprecher der Krankenhausträger vom Personal tosenden Beifall bekommt, ist auch nicht alltäglich.

Ulla Schmidt hat tapfer versucht, dem Protest die Schärfe zu nehmen. Sie stellte tags zuvor ein Milliardenpaket zu Förderung der Krankenhäuser vor. Das hat wenig bewirkt.
Von verschiedenen Seiten wurden die Proteste kommentiert:
Gerd Billen, Vorsitzender des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen sagte im Interview mit dRadio: „Das Angebot der Gesundheitsministerin finde ich … in Ordnung. Wir können nicht ständig zu Lasten von Ärzten, aber auch von Patienten verfahren. Auf der anderen Seite ist das System insgesamt noch zu teuer. Wenn ich mir ansehe, wie viel Krankenhausbetten wir in Deutschland haben pro 1.000 Einwohner und das in Vergleich setze zu Frankreich oder anderen Ländern, muss man sagen, wir haben zu viele Krankenbetten und hier sind noch Einsparpotenziale, die nicht zu Lasten der Ärzte und auch nicht zu Lasten der Patienten gehen.“
Im Handelsblatt schreibt Peter Thelen mit der Überschrift „Halbwahrheiten“ über die Statistiken und Prognosen, mit denen der Protest begründet wird. Sein Fazit: Dass die Vorhersagen „allesamt bislang nicht eingetreten sind, sagt viel über den Wahrheitsgehalt solcher Propaganda.“
Wolfgang Wagner kommentiert in der Frankfurter Rundschau (FR): Kliniksterben erwünscht.

unser Beitrag zur Situation in den Krankenhäusern vom 17.9.2008

unser Beitrag Gelbe Karte für die Kanzlerin vom 8.11.2010