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Tarifstreit in Finnland beendet

Die finnische Gewerkschaft Tehy hatte drastische Forderungen gestellt und mit Massenkündigungen gedroht. Im letzten Moment konnte ein Schlichterspruch die Eskalation verhindern. Beide Seiten konnten noch am Montag die Vereinbarung unterzeichnen.

Tehy machte klar, dass das Lohnniveau für finnische Pflegekräfte nur 83% des OECD-Durchschnitts beträgt und etwa 500 € tiefer als in Schweden liegt. Das sei auch eine Form von Frauendiskriminierung, denn etwa 80% der Pflegenden sind weiblich. Trotz der hohen Forderungen zeigen weite Teile der finnischen Bevölkerung Sympathie für die Krankenschwestern, schreibt die NZZ.
In den letzten Wochen hatten Krankenhäuser teils einschneidende Maßnahmen zur Vorbereitung auf die drohenden Kündigungen getroffen: nicht akute PatientInnen wurden entlassen, Operationen verschoben, ganze Stationen in Krankenhäusern für die Schließung vorbereitet und in Schweden Bettenkapazitäten organisiert. Für einige Kranke waren sogar Hubschauberflüge ins Nachbarland vorgesehen. Das finnische Parlament hat in Rekordzeit ein Gesetz verabschiedet, dass es erlaubt speziell qualifizierte Fachkräfte im Notfall zur Arbeit zu zwingen.
Die Einigung macht all diese Notfallmaßnahmen überflüssig. Die kommunalen Arbeitgeber kündigten allerdings bereits an, dass sie zur Finanzierung der Lohnangleichung wahrscheinlich die Steuern erhöhen müssten.

– unser Artikel über den Tarifstreit in Finnland