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Pflegebudget

Wer die politischen Debatten verfolgt, kann es gar nicht glauben, aber tatsächlich gibt es einen kleinen Bereich in dem verschiedene Träger zum Nutzen der Menschen zusammenarbeiten. Pflegebudgets haben das Ziel, Teilhabe an der Gesellschaft und selbstbestimmtes Leben zu unterstützen.

„Seit dem 1. Juli 2004 ist geregelt, dass heute neben allen Leistungen zur Teilhabe auch andere Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen, Leistungen der sozialen Pflegeversicherung, Leistungen der Unfallversicherung bei Pflegebedürftigkeit sowie Pflegeleistungen der Sozialhilfe in trägerübergreifende Persönliche Budgets einbezogen werden können.“ Die Betroffenen können dann weitgehend selbst entscheiden, welche Leistungen sie aus diesem Gesamtbudget finanzieren. Zur Zeit ist dies nur eine Möglichkeit. Ab dem 1. Januar 2008 tritt ein Rechtsanspruch auf diese Form der Hilfeleistung in Kraft.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Einzelmaßnahmen müssen nicht entsprechend der oft verwirrend vielfältigen Genehmigungsregelungen der unterschiedlichen Träger immer wieder aufs Neue beantragt werden. Viele Verwendungsnachweise werden unnötig. Das einmal beschlossene Gesamtbudget kann unbürokratisch verwaltet und ausgegeben werden. Die Flexibilität des Budgets macht flexible Hilfeleistungen möglich: Tageszeit der Assistenzleistung oder Qualifikation der HelferInnen können zwischen den Betroffenen vor Ort verhandelt werden. Auch der Stundenumfang der geleisteten Hilfe kann entsprechend der Bedürfnisse beider Seiten weit weg von bürokratischen Regeln vereinbart werden.

Im Alltag ist allerdings Vorsicht geboten. Am Küchentisch der Assistenzplanung ist es für die schwächste Person manchmal schwierig auf Rechte zu pochen, Pünktlichkeit einzufordern oder die gründliche Toilettenreinigung durchzusetzen. Probleme sind auch zu erwarten, weil so verschiedene Lebensbereiche wie Wäschepflege, Freizeitgestaltung, Fahrdienste, Körperpflege, Einkäufe und Speisepläne als Gesamtpaket besprochen werden. In normalen Anstellungsverhältnissen liegen die manchmal gegensätzlichen Interessen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern offen zu Tage. In normalen Stellenausschreibungen wird über „Teamfähigkeit, Einsatzbereitschaft und Konfliktfähigkeit“ geschrieben. Diese Fähigkeiten und das zugehörige Selbstbewusstsein haben weder alle Menschen mit Assistenzbedarf, noch alle diejenigen, die assistieren.