Beratungstelefon: 030 22 37 6060

Illegale und ungeschütze Arbeitsverhältnisse in der häuslichen Pflege

Die Werbung für osteuropäische Hilfskräfte in privaten Haushalten ist im Internet häufig zu sehen. Google Ads macht’s möglich. Agenturen vermitteln Frauen (von Männern war noch nichts zu lesen), die für mehrere Wochen nach Deutschland kommen, im Haushalt leben und dort umfassende Hilfen übernehmen. Das bedeutet: unklare Sozialversicherung, 24 Stunden Bereitschaft und in der Regel sind die Damen recht isoliert. Die Rechnungen der Vermittlungsagenturen liegen in der Regel deutlich unterhalb dem, was für eine weniger umfangreiche Betreuung durch anerkannte Pflegedienste bezahlt werden müsste.
Inzwischen können auch viele Leitungen von ambulanten Pflegediensten berichten, dass ihnen auf diese Art Kunden verloren gingen. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (BPA) schätzt, dass es 70.000 bis 100.000 Menschen gebe, die sich zur Zeit so verdingen.
Diese Thema erreicht die Schlagzeilen der Tagespresse, weil BPA und AWO Alarm schlagen: Sozialstationen müssten sich auf diese veränderten Marktbedingungen einstellen – manche hätten bereits schließen müssen. Viele Pflegebedürftige seien durch die mangelnde Kompetenz der Pflegerinnen gefährdet.

[Quelle: FTD vom 18.8.05]